Play n Pause

Spielen und Pausieren. Schaffen und wachsen lassen, Tun und Nicht-Tun. Diese beiden Pole finden sich überall in unserem Leben. Und so gibt es auch im kreativen Prozess Phasen der Aktion, der Produktivität und der Ruhe, des Geschehenlassens. Sie wechseln sich in uns ab und erst in dieser Wechselwirkung entfalten wir unsere volle kreative Kraft und Potenzial.

Play n Pause ist eine Methodik zur Navigation durch kreative Prozesse. Diese besteht aus sechs Elementen, die den natürlichen Entwicklungsverlauf von Veränderungen skizzieren. Diese Elemente beschreiben Phasen oder Zustände und stellen sich je nach Person, Situation und Fragestellung in einer ganz eigenen Reihenfolge zusammen, wobei die Phasenlänge von einer Minute bis hin zu Jahren variieren kann.

Nutzbar machen

In unseren Workshops und Coachingformaten füllen wir diese Elemente mit Werkzeugen aus dem Innovationsmanagement und Design, mit Hilfestellungen aus Supervision und Pyschotherapie und Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung. Damit machen wir diesen Prozess für unseren Alltag und Berufsleben anwendbar und vermitteln das nötige Wissen, um die eigenen Phasen zu erkennen, zu leiten und zu nutzen.

Die sechs Elemente

Question / Fragen ist meist der erste Schritt. Es definiert die Frage, Herausforderung oder Ziel des Prozesses. Das bewusste Fragen führt zu Klarheit und Fokussierung.

Open / Öffnen ist die wilde, spielerische Phase von kreativen Zyklen. Hier sammeln wir Informationen, wir erkunden und experimentieren, entwickeln und konzipieren. Dieser Schritt kommt immer wieder zum Einsatz, sowohl bei der ersten Recherche als auch beim Prototyping oder finalen Gestalten. Wir kennen unsere Frage oder Herausforderung und sammeln zunächst Informationen – durch Literatur, durch Ratschläge von Freunden und Familie, aber auch durch Beobachtungen oder Versuche.

Bin ich noch auf dem richtigen Weg? Was fühlt sich stimmig an und was nicht? Process / Verarbeiten beschreibt den Vorgang der bewussten Bearbeitung von Wissen und Erfahrungen. Hier reflektieren wir, nehmen eine Beobachterrolle ein und lassen unsere Gedanken schweifen. Wir sind entspannt, nehmen wahr und verfeinern unsere bisherigen Ergebnisse. Diese Phase geschieht meist im Stillen, in Tagträumereien, auf Spaziergängen oder am Abend.

Und jetzt: Let go! Loslassen! Die Integration von Informationen und die unbewusste neuronale Verarbeitung in unserem Gehirn geschieht in Ruhephasen. Dann haben die Nervenzellen Zeit neue Verbindungen zu knüpfen und uns zum berühmten „Aha-Erlebnis“ zu verhelfen. Nicht umsonst möchten wir ab und an über Entscheidungen „eine Nacht schlafen“.

Close / Schließen beschreibt einen fokussierten, konzentrierten Zustand der Ideenkonzeption. Hier werden ganz bewusst Verbindungen zwischen den bisherigen Ergebnissen geknüpft, es wird sortiert, priorisiert und klar definiert. Diese Phase erfordert hohe Konzentration und einen wachen Geist.

Conclude / Schlußfolgern geht noch einen Schritt weiter und schafft Schlußfolgerungen und klare Erkenntnisse. Diese Phase schließt einen erfolgreichen Entwicklungsprozess ab, ist aber Teilschritt auf dem Weg dahin.

Wichtig ist: diese Phasen laufen meist nicht nur einmal ab, sondern ein kreativer Prozess springt immer wieder zwischen den einzelnen Elementen. Es stärkt uns und unser Vertrauen in die eigene Kreativität diese Phasen zu erkennen, sich in ihnen wohl zu fühlen und sicher navigieren zu können.